Aufgabenbeispiele von Normalverteilung

Durch Aktualisieren des Browsers (z.B. mit Taste F5) kann man neue Beispielaufgaben sehen


Intervall Normalverteilung (einfach)

Beispiel:

Die Zufallsgröße X ist normalverteilt mit dem Erwartungswert μ=2 und der Standardabweichung σ=0.4 .

Berechne P(2.1 ≤ X ≤ 2.3).

Runde dein Ergebnis auf 3 Stellen hinter dem Komma.

Lösung einblenden

Hier kann man einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben - und schon kann man das Ergebnis ablesen.

P(2.1 ≤ X ≤ 2.3) ≈ 0.1747

Intervall Normalverteilung rückwärts

Beispiel:

Die Zufallsgröße X ist normalverteilt mit dem Erwartungswert μ=10 und der Standardabweichung σ=8.5 .

Es gilt P(X ≥ k) = 0.7. Bestimme k.

Runde auf eine Stelle hinter dem Komma genau.

Lösung einblenden
Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Der WTR kann leider kein k berechnen mit P(X ≥ k) = 0.7, weil er immer nur ein k bei P(X ≤ k) = p berechnen kann.

Also nutzen wir aus, dass P(X ≤ k) = 0.3 (im Schaubild die blaue Fläche) gelten muss, wenn P(X ≥ k) = 0.7 (im Schaubild die rote Fläche) gilt.

Für P(X ≤ k) = 0.3 liefert der WTR k ≈ 5.543.

(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )

Normalverteilung Anwendung

Beispiel:

Eine Firma produziert 50 mm lange Schrauben. Aufgrund mehrerer Faktoren beim Produktionsprozess treten Schwankungen bei der tatsächlichen Länge auf. Dabei beträgt die Standardabweichung 0,4 mm. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig gewählte Schraube zwischen 50 und 50,1 mm ist.
(Bitte auf 3 Stellen nach dem Komma runden)

Lösung einblenden

Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 50 und der Standardabweichung σ = 0.4.

Somit kann man einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: Erst μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben. Und schon kann man das Ergebnis ablesen:

P(50 ≤ X ≤ 50.1) ≈ 0.0987

Normalverteilung Anwendung (rückwärts)

Beispiel:

Eine Firma produziert 30 mm lange Schrauben. Aufgrund mehrerer Faktoren beim Produktionsprozesse treten Schwankungen bei der tatsächlichen Länge auf. Dabei beträgt die Standardabweichung 0,6 mm. Wie lange muss dann eine Schraube mindestens sein, damit sie zu den längsten 85% der Schrauben gehört.
(Bitte auf 2 Stellen nach dem Komma runden, ohne Einheiten eingeben!)

Lösung einblenden
Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 30 und der Standardabweichung σ = 0.6.

Gesucht ist somit das k, so dass P(X ≥ k) = 0.85 gilt.

Der WTR kann leider kein k berechnen mit P(X ≥ k) = 0.85, weil er immer nur ein k bei P(X ≤ k) = p berechnen kann.

Also nutzen wir aus, dass P(X ≤ k) = 0.15 (im Schaubild die blaue Fläche) gelten muss, wenn P(X ≥ k) = 0.85 (im Schaubild die rote Fläche) gilt.

Für P(X ≤ k) = 0.15 liefert der WTR k ≈ 29.378.

(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )

Mittelwert, Standardabw. ablesen

Beispiel:

Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.

Gib die Werte für μ und σ an.

Lösung einblenden

Den Mittelwert μ= -3 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.

Die Standardabweichung σ = 2 kann man am Abstand der x-Werte des Hochpunkts vom Wendepunkt ablesen.

Dichtefunktion aus Graph ablesen

Beispiel:

Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.

Gib den Funktionsterm der Dichtefunktion an.

Lösung einblenden

Den Mittelwert μ= 5 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.

Die Standardabweichung σ = 2 kann man am Abstand der x-Werte des Hochpunkts vom Wendepunkt ablesen.

Eingesetzt in die allgemeine Dichtefunktion: φ(x) = 1 σ · 2π · e - 1 2 ( x - μ σ ) 2 ergibt:

φ(x) = 1 2 2π · e - 1 2 ( x -5 2 ) 2

μ und σ ablesen und Intervall berechnen

Beispiel:

Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.

Gib die Werte für μ und σ an und berechne damit die eingefärbte Fläche.

Lösung einblenden

Den Mittelwert μ= 0 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.

Die Standardabweichung σ = 2 kann man am Abstand der x-Werte von Hochpunkt und Wendepunkt ablesen.

Jetzt kann man einfach einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben - und schließlich das Ergebnis ablesen:

P(0 ≤ X ≤ 2) ≈ 0.3413

Symmetrie nutzen

Beispiel:

Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit einem ganzzahligen Erwartungswert μ. Der Inhalt der gefärbten Fläche beträgt 0.414.

Bestimme P(X ≤ -5).

Gib die Wahrscheinlichkeit auf 3 Stellen nach dem Komma genau an.

Lösung einblenden
Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Wir wissen, dass das Schaubild einer normalverteilten Zufallsgröße achsenssymmetrisch zur senkrechten Gerade durch den Hochpunkt ist, hier also zu x = -2.

Somit gilt: P( X ≤ -2) = 0,5.

Aus dem Schaubild können wir lesen, dass P(-5 ≤ X ≤ -2) = 0.414 (Flächeninhalt der blauen Fläche). Somit gilt für die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≤ -5), die dem Flächeninhalt der roten Fläche entspricht:

P(X ≤ -5) = 0,5 - 0.414 = 0.086

Standardabweichung bestimmen

Beispiel:

Der Punkt P(8|0.0307) liegt auf der Gauß'schen Glockenkurve mit ganzzahligem Parameter σ und μ = 8.

Bestimme die Standardabweichung σ.

Lösung einblenden
Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Der gegebene Punkt ist der Hochpunkt der Gauß' schen Glockenkurve, weil ja der gegebene x-Wert gerade dem Erwartungswert μ = 8 entspricht.

Um einen ersten möglichen Wert für eine Standardabweichung σ zu bekommen, berechen wir am besten den Quotient von 0,5 und dem y-Wert der gegebenen Hochpunkts, also 0.5 0.0307 ≈ 16.287 und runden diesen auf σ1 = 16.

Damit berechnen wir nun den y-Wert der Glockenkurve (mit μ = 8 und σ1=16) an der gegebenen Stelle x = 8 und erhalten f1(8) = 0.0249
(TI: DISTR -> 1: Normalpdf; Casio: Dichte ..).

Wir wissen ja: Je größer das σ ist, desto breiter wird die Glockenkurve. Da ja aber die ganze Fläche unter der Glockenkurve (die ja der Gesamt-Wahrscheinlichkeit für alles entspricht) immer genau 1 ist, muss die breitere Glockenkurve dementsprechend auch flacher und damit mit einem niedrigeren Hochpunkt ausfallen. Somit gilt:

Je höher das σ, desto niedriger der y-Wert des Hochpunkts.

Und da der y-Wert unserer ersten Kurve mit σ1=16 (in der Abbilung in grün) zu tief war, muss also σ1 zu groß sein und wir müssen jetzt eben schrittweise kleinere Standardabweichungen σ durchprobieren und die zugehörigen y-Werte an der Stelle x = 8 berechnen:

μ = 8σ = 15f(8) = 0.0266
μ = 8σ = 14f(8) = 0.0285
μ = 8σ = 13f(8) = 0.0307

Somit muss die gesuchte Standardabweichung σ = 13 sein.

Sigmaregel rückwärts

Beispiel:

X ist normalverteilt mit μ = 250 und σ. Es gilt P(240 ≤ X ≤ 250) ≈ 0,477. Bestimme σ.

Lösung einblenden
Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Es gilt: P(240 ≤ X ≤ 250) ≈ 0,477
oder anders ausgedrückt:
P(μ - 10 ≤ X ≤ μ) ≈ 0.954 2

Wegen der Symmetrie der Gauß'schen Glockenkurve gilt dann:
P(μ - 10 ≤ X ≤ μ + 10) ≈ 0,954

Aufgrund der Sigma-Regel P(μ - 2⋅σ ≤ X ≤ μ - 2⋅σ) ≈ 0.954
muss also 2⋅σ = 10 sein.

Für die Standardabweichung gilt somit: σ = 5 .

variabler Erwartungswert (Anwendungen)

Beispiel:

Bei einer Maschine, die Schrauben herstellt, kann man die Länge der Schrauben auf ganze mm einstellen. Trotzdem sind dann nicht alle produzierten Schrauben ganz exakt gleich lang. Man kann aber davon ausgehen, dass die Schraubenlänge normalverteilt ist mit der eingestellten Länge als Erwartungswert und einer Standardabweichung von 1,4 mm. Auf welchen Wert (ganzzahlig in mm) muss man die Maschine mindestens einstellen, wenn eine zufällig gewählte Schraube mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 75% mindestens 35 mm lang sein soll?

Lösung einblenden

Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm.

Zunächst untersuchen wir die Wahrscheinlichkeit, wenn der Erwartungswert μ = 35 gewählt würde. Aus Symmetriegründen wäre dann aber P(X ≥ 35) = 0,5.

Deswegen wird nun der Erwartungswert schrittweise immer um eine Einheit erhöht, bis die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≥ 35) mindestens 0.75 ist:

μ = 35: P(X ≥ 35) = 0.5

μ = 36: P(X ≥ 35) = 0.7625

Man muss also den Erwartungswert auf mindestens μ = 36 einstellen.

Normalverteilung variables σ

Beispiel:

Ein Fernreisebusunternehmen gibt als Reisezeit zwischen zwei Städte 120 Minuten an. Da die tatsächliche Fahrtzeit immer etwas schwankt, kann sie als normalverteilt mit Erwartungswert μ = 120 und einer Standardabweichung σ angenommen werden. Das Unternehmen wirbt damit, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verspätung von 6 oder mehr Minuten bei unter 10% liegt. Wie groß darf dann die Standardabweichung σ der Normalverteilung dieser Fahrten (auf eine Stelle nach dem Komma gerundet) maximal sein?

Lösung einblenden

Die Zufallsgröße X beschreibt die Fahrtzeit in Minuten.

Gesucht ist die Standardabweichung σ, so dass P(X ≥ 126) < 10% gilt.

Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Je kleiner das σ ist, desto enger und höher ist die Glockenkurve der Dichtefunktion.

Wegen der Symmetrie der Glockenkurve folgt aus P(X ≥ 126) < 10% , dass P(114 ≤ X ≤ 126) > 80 % gelten muss.

Aufgrund der Sigmaregel (P(μ-2σ ≤ X ≤ μ+2σ) ≈ 95,4% ) wissen wir, dass die 6 min eine kleinere Wahrscheinlichkeit auf sich vereinen als eine Abweichung um 2 σ, folglich muss die Abweichung 6 weniger als 2 σ entsprechen.

6 < 2⋅σ |:2
3 < σ

Wir starten also mal bei σ = 3 und erhöhen dieses so lange, bis P(X ≥ 126) über die 0.1 steigt:

σ = 3: P( X ≥ 126) ≈ 0.0227

σ = 3.1: P( X ≥ 126) ≈ 0.0265

...

σ = 4.3: P( X ≥ 126) ≈ 0.0815

σ = 4.4: P( X ≥ 126) ≈ 0.0863

σ = 4.5: P( X ≥ 126) ≈ 0.0912

σ = 4.6: P( X ≥ 126) ≈ 0.0961

σ = 4.7: P( X ≥ 126) ≈ 0.1009

Die Standardabweichung darf also höchstens σ = 4.6 einstellen.

variabler Erwartungswert (Anwendungen)

Beispiel:

Bei einem Riesenrad kann man die Laufzeit für eine Umdrehung immer auf ganze Sekunden einstellen. Trotzdem ist dann nicht jede Umdrehung exakt gleich lang. Man kann aber davon ausgehen, dass die Umdrehungszeit normalverteilt ist mit der eingestellten Zeitdauer als Erwartungswert und einer Standardabweichung von 3,5 s. Ein Schausteller bewirbt sein Riesenrad mit einer Umlaufzeit von 4 min. Auf welchen Wert (ganzzahlig in s) muss man das Riesenrad einstellen, so dass eine Umdrehung mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 90% mindestens die 4 min lang ist?

Lösung einblenden

Die Zufallsgröße X beschreibt die Laufzeit des Riesenrads für eine Umdrehung in Sekunden.

Zunächst untersuchen wir die Wahrscheinlichkeit, wenn der Erwartungswert μ = 240 gewählt würde. Aus Symmetriegründen wäre dann aber P(X ≥ 240) = 0,5.

Deswegen wird nun der Erwartungswert schrittweise immer um eine Einheit erhöht, bis die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≥ 240) mindestens 0.9 ist:

μ = 240: P(X ≥ 240) = 0.5

μ = 241: P(X ≥ 240) = 0.6125

μ = 242: P(X ≥ 240) = 0.7161

μ = 243: P(X ≥ 240) = 0.8043

μ = 244: P(X ≥ 240) = 0.8735

μ = 245: P(X ≥ 240) = 0.9234

Man muss also den Erwartungswert auf mindestens μ = 245 einstellen.

Kombination Normal- und Binomialverteilung

Beispiel:

Ein exotisches Insekt wird im Mittel 45 mm lang. Dabei beträgt die Standardabweichung der Körperlänge 7 mm. Ein Forscher entdeckt insgesamt 50 solcher Insekten. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens 2, aber nicht mehr als 10 dieser Insekten größer als 52 mm sind.

Lösung einblenden

Zuerst berechnen wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Insekt die geforderte Größe hat. Die Zufallsgröße Y beschreibt dabei die Körperlänge des Insekts, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 45 und der Standardabweichung σ = 7.

Mit derm WTR lässt sich so P(Y ≥ 52) ≈ 0.1587 berechnen.

(TI: Normalcdf, Casio: Kumul. Normal-V. )

Und weil dies für jedes der 50 Exemplare gilt, können wir die Zufallsgröße X (, die die Anzahl der Insekten mit der geforderten Mindestgröße zählt) als binomialverteilt mit n = 50 und p = 0.1587 annehmen.

Für die gesuchte Wahrscheinlichkeit gilt somit:
P0.15950 (2≤X≤10) =

...
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
...

P0.15950 (X≤10) - P0.15950 (X≤1) ≈ 0.8406 - 0.0018 = 0.8388

(TI-Befehl: binomcdf(50,0.1587,10) - binomcdf(50,0.1587,1))

Die gesuchte Wahrscheinlichkeit beträgt somit ca. 83,9%.

Kombination Normal- und Binomialverteilung rw

Beispiel:

Man geht davon aus, dass die Intelligenz bei Menschen normalverteilt ist. Ein Intelligenztest wird immer so skaliert, dass der Erwartungswert des IQ bei 100 und die Standardabweichung bei 15 liegt. Wie viele Menschen müsste man zufällig wählen, damit die Wahrscheinlichkeit mindestens 60% beträgt, dass darunter mindestens 3 Hochbegabte (mit einem IQ von mindestens 130) sind?

Lösung einblenden

Zuerst berechnen wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein zufällig gewählter Mensch hochbegabt ist. Die Zufallsgröße Y beschreibt dabei den Intelligenzquotient IQ, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 100 und der Standardabweichung σ = 15.

Mit derm WTR lässt sich so P(Y ≥ 130) ≈ 0.02275 berechnen.

(TI: Normalcdf, Casio: Kumul. Normal-V. )

Und weil dies für jedes Exemplar gilt, können wir die Zufallsgröße X (, die die Anzahl der die hochbegabten Menschen mit einem IQ über 130 zählt) als binomialverteilt mit unbekanntem n und p = 0.02275 annehmen.

nP(X≤k)
......
1320.4199
1330.4148
1340.4098
1350.4047
1360.3997
......

Die Zufallsgröße X gibt die hochbegabten Menschen mit einem IQ über 130 an und ist im Idealfall binomialverteilt mit p = 0.02275 und variablem n.

Es muss gelten: P0.023n (X≥3) ≥ 0.6

Weil man ja aber P0.023n (X≥3) nicht in den WTR eingeben kann, müssen wir diese Wahrscheinlichkeit über die Gegenwahrscheinlichkeit berechnen:

P0.023n (X≥3) = 1 - P0.023n (X≤2) ≥ 0.6 |+ P0.023n (X≤2) - 0.6

0.4 ≥ P0.023n (X≤2) oder P0.023n (X≤2) ≤ 0.4

Jetzt müssen wir eben so lange mit verschiedenen Werten von n probieren, bis diese Gleichung erstmals erfüllt wird:

Dabei stellt sich nun natürlich die Frage, mit welchem Wert für n wir dabei beginnen. Im Normalfall enden 2.275% der Versuche mit einem Treffer. Also müssten dann doch bei 3 0.02275 ≈ 132 Versuchen auch ungefähr 3 (≈0.02275⋅132) Treffer auftreten.

Wir berechnen also mit unserem ersten n=132:
P0.023n (X≤2) ≈ 0.4199 (TI-Befehl: Binomialcdf ...)

Je nachdem, wie weit nun dieser Wert noch von den gesuchten 0.4 entfernt ist, erhöhen bzw. verkleinern wir das n eben in größeren oder kleineren Schrittweiten.

Dies wiederholen wir solange, bis wir zwei aufeinanderfolgende Werte von n gefunden haben, bei denen die 0.4 überschritten wird.

Aus der Werte-Tabelle (siehe links) erkennt man dann, dass erstmals bei n=136 die gesuchte Wahrscheinlichkeit unter 0.4 ist.

n muss also mindestens 136 sein, damit P0.023n (X≤2) ≤ 0.4 oder eben P0.023n (X≥3) ≥ 0.6 gilt.

Normalverteilung mehrstufig

Beispiel:

Bei einem Riesenrad kann man die Laufzeit für eine Umdrehung immer auf ganze Sekunden einstellen. Trotzdem ist dann nicht jede Umdrehung exakt gleich lang. Man kann aber davon ausgehen, dass die Umdrehungszeit normalverteilt ist mit der eingestellten Zeitdauer als Erwartungswert und einer Standardabweichung von 3 s. Der Schausteller muss auf dem Biberacher Schützenfest eine Mindest-Umlaufzeit von 300 s für sein Riesenrad garantieren. Dazu werden 3 Kontrollen gemacht. Auf welchen Wert (ganzzahlig in s) muss man das Riesenrad einstellen, so dass mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 70% bei allen 3 Kontrollen die Mindest-Umlaufzeit von 300 s eingehalten wird?

Lösung einblenden

Die Umlaufzeit des Riesenrads in s soll als normalverteilte Zufallsgröße X mit variablem Erwartungswert µ und σ=3 bezeichnet werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kontrollfahrt die Vorgabe (Mindestlaufzeit) erfüllt, bezeichnen wir p.

Damit diese Vorgabe nun auch wirklich bei allen 3 Kontrollfahrten erfüllt wird, muss somit gelten:

p3 ≥ 0.7 (Die 3 zufällig gewählten Kontrollfahrten kann man als mehrstufiges Zufallsexperiment mit gleichbleibender Einzelwahrscheinlichkeit p interpretieren.)

Wenn wir jetzt hier die 3-te Wurzel ziehen, erhalten wir die notwendige Einzelwahrscheinlichkeit p, dass eine Kontrollfahrt die Vorgabe (Mindestlaufzeit) erfüllt:

Einzelwahrscheinlichkeit: p ≥ 0,8879

Wir suchen jetzt also nach einer Normalverteilung mit einem bestimmten Erwartungswert µ, für den die Mindestlaufzeit von 300 s mit der Wahrscheinlichkeit 0,8879 eingehalten wird;

also dass P(X ≥ 300) ≥ 0,8879

Wir starten mit der Mindestvorgabe µ = 300 als Erwartungswert und erhöhen dann schrittweise immer um eine Einheit, bis die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≥ 300) mindestens 0,8879 ist:

μ = 301: P(X ≥ 300) = 0.6306

μ = 302: P(X ≥ 300) = 0.7475

μ = 303: P(X ≥ 300) = 0.8413

μ = 304: P(X ≥ 300) = 0.9088

Man muss also den Erwartungswert auf mindestens μ = 304 einstellen.

Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )

Normalverteilung VFT

Beispiel:

Auf einer großen Hühnerfarm mit freilaufenden Hühnern werden täglich sehr viele Eier gelegt, deren Masse man als normalverteilt mit Erwartungswert 50g und Standardabweichung 8g annehmen kann. Die Hühner auf der Farm stammen von zwei unterschiedlichen Rassen, so dass 45% der Eier weiß und der Rest bräunlich ist. Die Eier werden in zwei verschiedenen Größen (groß und klein) angeboten. Dabei werden 30% der weißen Eier als groß eingestuft. Der Anteil der weißen Eier unter den allen großen Eiern beträgt 41,22%. Bei wieviel Gramm ist die Grenze zwischen großen und kleinen Eiern?
(Bitte auf 1 Stelle nach dem Komma runden)

Lösung einblenden

Um die Aufgabe mit einer Vierfeldertafel lösen zu können, müssen wir erst unsere Ergebnisse A und B definieren:

A : weiß

A ‾ : nicht weiß, also bräunlich

B : groß

B ‾ : nicht groß, also klein

Hiermit ergibt sich folgende Vierfeldertafel:

  B
(groß)
B ‾
(klein)
 
A
(weiß)
  0,45
A ‾
(bräunlich)
   
    

Diese müssen wir nun vollends ausfüllen:


Als erstes tragen wir rechts unten die Summe P ( A ) + P ( A ‾ ) = P ( B ) + P ( B ‾ ) = 1 ein, schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass A gilt oder dass A ‾ gilt 100%.

Dann tragen wir alle direkt aus dem Text entnehmbaren und die dadurch berechenbaren Wahrscheinlichkeiten in die Vierfeldertafel ein.

  B
(groß)
B ‾
(klein)
 
A
(weiß)
  0,45
A ‾
(bräunlich)
  0,55
   1

Aus der Information von der Teilgruppe mit "weiß" sind es 30% kann man die Wahrscheinlichkeit
P ( A ∩ B ) = 0,45 ⋅ 0,3 = 0,135 berechnen.

  B
(groß)
B ‾
(klein)
 
A
(weiß)
0,135 0,45
A ‾
(bräunlich)
  0,55
   1

Aus der Information von der Teilgruppe mit "groß" sind es 41.22% kann man die Wahrscheinlichkeit
P ( B ∩ A ) = P ( B ) ⋅ 0,4122 = 0,135 herauslesen.
Daraus ergibt sich P ( B ) = 0,135 0,4122 ≈ 0,3275.

  B
(groß)
B ‾
(klein)
 
A
(weiß)
0,135 0,45
A ‾
(bräunlich)
  0,55
 0,3275 1

Jetzt können wir wieder die restlichen Wahrscheinlichkeiten einfach mit der Vierfeldertafel berechnen:

  B
(groß)
B ‾
(klein)
 
A
(weiß)
0,1350,3150,45
A ‾
(bräunlich)
0,19250,35750,55
 0,32750,67251

Wir wissen jetzt also, dass die Wahrscheinlichkeit für "großes Ei" ungefähr 0,3275 beträgt.

Jetzt suchen wie in der Normalverteilung nach einem g-Wert k, für den gilt P(X ≥ k) ≈ 0,3275

Du hast entweder einen veralteten Browser oder Javascript ausgeschaltet. Deswegen kannst du leider das Schaubild nicht sehen :(

Der WTR kann leider kein k berechnen mit P(X ≥ k) = 0,3275, weil er immer nur ein k bei P(X ≤ k) = p berechnen kann.

Also nutzen wir aus, dass P(X ≤ k) = 0,6725 (im Schaubild die blaue Fläche) gelten muss, wenn P(X ≥ k) = 0,3275 (im Schaubild die rote Fläche) gilt.

Für P(X ≤ k) = 0,6725 liefert der WTR k ≈ 53,575.

Als "großes Ei" gilt also ab 53,575 g.

(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )