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Fläche zwischen Wendetangente und Achsen

Beispiel:

Die Wendetangente des Graphen der Funktion f mit f(x)= x 3 -6 x 2 +9x +4 (Tangente im Wendepunkt) schließt mit den Koordinatenachsen eine Dreiecksfläche ein.
Berechne den Inhalt dieser Fläche.

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Zuerst muss natürlich mal der Wendepunkt berechnet werden:

f(x)= x 3 -6 x 2 +9x +4

Als erstes leitet man die Funktion drei mal ab.

f'(x)= 3 x 2 -12x +9 +0

= 3 x 2 -12x +9


f''(x)= 6x -12 +0

= 6x -12


f'''(x)= 6 +0

= 6

Die notwendige Bedingung für einen Wendepunkt ist f''(x)=0.

(Wendestellen sind Extremstellen in der Ableitung, also haben Wendepunkten die Steigung 0 in f').

Man setzt nun also die zweite Ableitung gleich 0, um die einzig möglichen x-Werte für Wendepunkte zu bestimmen.

6x -12 = 0 | +12
6x = 12 |:6
x = 2

Die Lösung x= 2 ist nun der einzige Kandidat für eine Wendestelle.

Die einfachste Möglichkeit, um diese Kandidaten zu überprüfen, ist das Einsetzen dieser x-Werte in die dritte Ableitung.

Ist die dritte Ableitung des Punktes ungleich 0, so handelt es sich um einen Wendepunkt (hinreichende Bedingung: f''(x0)=0 und f'''(x0)≠0).

Überprüfung bei x = 2 :

f'''(2 ) = 6 +0 = 6

Da f'''(2 )≠0, haben wir bei x = 2 einen Wendepunkt.
Um dessen y-Wert zu erhalten muss der entsprechende x-Wert in f(x) eingesetzen werden.
f(2 ) = 2 3 -6 2 2 +92 +4 = 6
Man erhält so den Wendepunkt: WP(2 | 6 )

Jetzt müssen wir die Tangente im Wendepunkt anlegen:

Um die Steigung der Tangente zu erhalten, setzen wir den gegebenen x-Wert in die Ableitung ein:

mt = f'(2)= 3 2 2 -122 +9

= 34 -24 +9

= 12 -24 +9

= -3

Damit wissen wir nun schon, dass die Tangente die Gleichung t: y= -3 x+c besitzt.

Um noch das c zu bestimmen, brauchen wir einen Punkt, den wir in die Gleichung einsetzen können.
Dazu müssen wir noch den y-Wert des Berührpunkts bestimmen, also f(2)= 2 3 -6 2 2 +92 +4 = 8 -64 +18 +4 = 8 -24 +18 +4 = 6

Wir erhalten so also den Punkt B(2| 6 ) als Berührpunkt.

Nun setzt man die errechnete Ableitung und die errechneten Punktkoordinaten in eine allgemeine Geradengleichung (y=mx+c) ein:

6 = -3 ⋅2 + c

6 = -6 + c | + 6

12 = c

also c= 12

Damit erhält man als Geradengleichung für die Tangente: y= -3 ⋅x + 12

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Jetzt brauchen wir noch die Schnittpunkte der Wendetangente mit der x- und der y-Achse:

Der Schnittpunkt mit der y-Achse kennen wir bereits, das ist ja der y-Achsenabschnitt c = 12.

Der Schnittpunkt mit der x-Achse können wir berechnen, in dem wir in die Tangentengleichung y = 0 einsetzen:

-3x +12 = 0 | -12
-3x = -12 |:(-3 )
x = 4

Die Wendetangente schneidet somit die x-Achse in N( 4 |0).

Da die gesuchte Fläche ja ein rechtwinkliges Dreieck mit den Katheten 12 und 4 ist, gilt für den Flächeninhalt:

A = 1 2 4 ⋅ 12 = 24.

Anwendungsaufgaben

Beispiel:

Ein Testfahrzeug fährt mit unterschiedlicher Geschwindigkeit auf einer Teststrecke. Dabei kann die Geschwindigkeit zur Zeit x (in Sekunden) für 0 ≤ x ≤ 8 durch die Funktion f mit f(x)= 1 2 x 2 -4x +10 (in Meter pro Sekunde) angeben werden.

  1. Wie schnell ist das Fahrzeug nach 7 Sekunden ?
  2. Nach wie viel Sekunden ist das Fahrzeug erstmals 4 m/s schnell?
  3. Zu welcher Zeit (in s) ist das Fahrzeug am langsamsten?

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  1. y-Wert bei x = 7

    Hier müssen wir einfach die 7 in den Funktionsterm einsetzen:

    f(7) = 1 2 7 2 -47 +10 = 49 2 -28 +10 = 13 2 = 6.5 .

    Nach 7 s beträgt also der Wert 6.5 m/s.

  2. x-Wert bei y = 4

    Wir suchen hierfür die x-Stellen, an denen der Funktionsterm den Wert 4 einnimmt:

    1 2 x 2 -4x +10 = 4 |⋅ 2
    2( 1 2 x 2 -4x +10 ) = 8
    x 2 -8x +20 = 8 | -8

    x 2 -8x +12 = 0

    Lösen mit der a-b-c-Formel (Mitternachtsformel):

    eingesetzt in x1,2 = - b ± b 2 -4a · c 2a ergibt:

    x1,2 = +8 ± ( -8 ) 2 -4 · 1 · 12 21

    x1,2 = +8 ± 64 -48 2

    x1,2 = +8 ± 16 2

    x1 = 8 + 16 2 = 8 +4 2 = 12 2 = 6

    x2 = 8 - 16 2 = 8 -4 2 = 4 2 = 2

    Lösen mit der p-q-Formel (x² + px + q = 0):

    vor dem Einsetzen in x1,2 = - p 2 ± ( p 2 ) 2 - q
    berechnen wir zuerst die Diskriminante D = ( p 2 ) 2 - q :

    D = ( -4 ) 2 - 12 = 16 - 12 = 4

    x1,2 = 4 ± 4

    x1 = 4 - 2 = 2

    x2 = 4 + 2 = 6

    .

    Der erste Wert mit y = 4 m/s ist also bei x = 2 s.

  3. x-Wert des Minimums (TP)

    Gesucht ist die Stelle mit dem geringsten Funktionswert, also der x-Wert des Tiefpunkts.

    Detail-Rechnung für den Tiefpunkt (4 | 2 ) einblenden

    Der einzige Tiefpunkt im gegebenen Bereich liegt also bei 4 .

    Der Vollständigkeit wegen müssen wir noch die Randwerte untersuchen, an denen ja ein noch kleinerer Funktionswert auftreten könnte:

    f(0) = 10 und f(8) = 10 sind aber beide nicht kleiner als der y-Wert des Tiefpunkt.

    Der kleinste Wert wird also nach 4 s erreicht.